Geschätzte Lesezeit: min

Artec Space Spider 3D-Scanner im Test

Video abspielen
Artec Space Spider 3D-Scanner im Test 06:52
Wir wollten es wissen: Was kann der Artec Space Spider? Wie ist seine Genauigkeit und wo liegen seine Vorteile gegenüber herkömmlichen 3D – Scannern? Jetzt im Praxistest!
Inhaltsverzeichnis

Der Artec Space Spider ist ein handgeführter 3D-Scanner. Die Kameras an der Vorderseite sehen wie
Spinnenaugen aus, daher der Name „Spider“. Der 3D-Scanner ist sehr leicht und arbeitet mit blauem
Streifenlicht. Er wurde speziell für das 3D-Scannen von kleineren Objekten zwischen 5 und 30 cm
entwickelt. Der Hersteller gibt die Genauigkeit des Scanners mit 0,1 mm – 0,05 mm an. Aktuell
kostet der Artec Space Spider ca. 20.000 Euro im Listenpreis.

Swann Rack erklärt die Eigenschaften des Artec Space Spider 3D-Scanners.
Swann Rack / Holocreators Der Artec Space Spider im Praxistest

Der Aufbau des Artec Space Spider

Auf der vorderen rechten Seite des Artec Space Spider befindet sich der Projektor. Er projiziert ein
blaues Streifenlichtmuster auf das zu scannende Objekt. Die Oberfläche des Objekts krümmt das
Muster. Drei Kameras erfassen das gekrümmte Streifenlichtmuster und berechnen so die Geometrie
des Objekts. Mittig ist die Farbkamera installiert. Darum kreisförmig angeordnet sind die
Leuchtdioden. Während des Scanvorgangs blitzen diese mit weißem Licht auf, sodass die Kamera die
Farbtextur aufnehmen kann.

Das ist die Optik auf der Vorderseite des 3D-Scanners Artec Space Spider.
Swann Rack / Holocreators Deutlich zu erkennen: die verschiedenen Optiken auf der Vorderseite des Artec Space Spider.

Der 3D-Scanner Artec Space Spider muss während des Scanvorgangs mit dem Stromnetz und einem
Laptop verbunden sein. Dies geschieht über zwei Kabel: eines für die Stromversorgung und eines für
den Datentransfer. Es gibt auch einen Akku, der das Stromkabel überflüssig macht. Er hält für ca.
drei Scans.

Die Abweichungsanalyse zeigt die Unterschiede des 3D-Scans des Einstellrings mit dem ursprünglichen CAD-Modell im Vergleich.
Swann Rack / Holocreators Stromkabel und Datenkabel des Artec Space Spider.

Auf der Rückseite hat der Artec Space Spider einen Knopf, den der Nutzer zum 3D-Scannen nach
vorne drücken und zum Beenden nach hinten schieben muss. Der Space Spider liegt dabei wie ein
Bügeleisen in der Hand. Während des Scanvorgangs muss er mit einem PC oder Laptop verbunden
sein. Er arbeitet dabei mit der Software „Artec Studio“. Beim Scannen kann der Nutzer in Echtzeit auf
dem Bildschirm sehen, wie das Objekt erfasst wird – so kann er bei Fehlern direkt korrigieren und
nacherfassen.

Mögliche Fehlerquellen während des 3D-Scannings

Beim Scannen mit dem Artec Space Spider ist ein Abstand von 20 cm zum Objekt ideal. Die Software
„Artec Studio“ zeigt dabei den optimalen Abstand auf dem angeschlossenen Laptop an. Der Space
Spider hat ein Messfeld von ca. 10 cm. Das bedeutet, dass für größere Objekte von der Software
mehrere Teil-Scans „live“ zusammengesetzt werden. Dabei orientiert sich der Scanner am zuvor
gescannten und hangelt sich so um das Objekt herum. Bei Objekten, die größer als 30 cm sind, kann
das zu Fehlern führen, denn dann hat die Software Probleme, alles korrekt zusammenzusetzen.

Der Artec Studio Software verfügt über eine Live-3D-Scan-Ansicht.
Swann Rack / Holocreators Artec Studio Software zeigt den Idealabstand beim 3D-Scannen an.

Negativbeispiel: Für einen Kunden wollten wir einen Motorradtank mit dem Artec Space Spider
erfassen. Dieser Tank war insgesamt 60 cm lang. Nachdem wir den Tank kreisförmig Stück für Stück
eingescannt hatten, haben sich die Messfehler addiert. Die Folge: Der 3D-Scan hat nicht mehr
zusammengepasst.

Der 3D-Scan eines Einstellrings wurde mit dem Artec Space Spider aufgenommen.
Swann Rack / Holocreators Der Artec Space Spider im Einsatz.

Die Vorteile des Artec Space Spiders

Zwei große Vorteile des Artec Space Spiders sind sein geringes Gewicht und seine Mobilität. Er wird
in einer Transportbox verstaut und ist innerhalb von 2 Minuten Aufwärmzeit direkt beim Kunden vor
Ort einsatzfähig. Anders als andere 3D-Scanner muss er nicht bei jedem Einsatz neu kalibriert
werden. Wird aber ein sehr genauer 3D-Scan benötigt, dann empfehlen wir eine Kalibrierung.

Der Artec Space Spider durchläuft vor der Nutzung ein Kalibrierungsverfahren.
Swann Rack / Holocreators Kalibrierung des Artec Space Spider.

Zusätzlich hat der 3D-Scanner verschiedene Software-Einstellungen, mit denen sich die Dichte der
beim Scannen erzeugten Punktwolke einstellen lässt. Je dichter die Punktwolke ist, desto genauer ist
der 3D-Scan.

Der 3D-Scan des Einstellrings wird mit der Artec-Studio-Software dargestellt.
Swann Rack / Holocreators 3D-Scan eines Einstellrings, erstellt mit dem Artec Space Spider

Neben dem 3D-Modell erstellt der Artec Space Spider auch eine Farbtextur – entweder als 4k oder
8k Textur-Map. Jedoch ist die Qualität nicht mit der einer photogrammetrischen Aufnahme zu
vergleichen.

Genauigkeit des Artec Space Spider

Um die Genauigkeit zu testen, haben wir einen Einstellring für ein Mikrometer gescannt. Dieser Ring
hat einen geeichten Innendurchmesser von 90 mm. Im Anschluss haben wir den 3D-Scan mit einem
CAD-Modell des Einstellrings verglichen. Diese Abweichungsanalyse (Soll-Ist-Vergleich) hatte zum
Ergebnis, dass der 3D-Scanner Artec Space Spider eine Genauigkeit von ca. ± 0,05 mm hat.

Projektdaten zum Download

Wir haben Ihnen den originalen 3D-Scan, das CAD-Modell sowie die Abweichungsanalyse zum
Download vorbereitet:

Das sind die Strom- und Datenkabel des Artec Space Spider.
Swann Rack / Holocreators Abweichungsanalyse mit Soll-Ist Vergleich von CAD und 3D-Scan

Fazit

Der Artec Space Spider trumpft mit einem soliden Preis/Leistungsverhältnis auf. Er ist mobil, leicht
und im Profi-Bereich definitiv ein guter Einstiegs-3D-Scanner. Wir benutzen ihn gerne für Kunden,
denen niedrige Scankosten wichtiger sind als maximale Genauigkeit der 3D-Scans.

Benötigen Sie einen 3D-Scan mit dem Artec Space Spider?

Holocreators bietet einen professionellen 3D-Scan-Service und Reverse-Engineering an. Wenn Sie
einen 3D-Scan mit dem Artec Space Spider wünschen oder wir Ihnen anderweitig bei Ihren 3DScanning-Projekten helfen können, dann rufen Sie uns gerne an +49 40 481133 oder schreiben Sie
uns eine E-Mail: info@holocreators.com

Swann ist seit vielen Jahren von allem begeistert, was mit 3D zu tun hat. Seine Wurzeln liegen in der analogen Holografie, die ihn 2011 zur digitalen 3D-Modellierung brachte.

Der rapide Fortschritt verschiedenster 3D-Scan-Technologien faszinierten ihn so sehr, dass er 2015 gemeinsam mit seinem Bruder Miró Rack das Unternehmen Holocreators gründete

Bereit zum Anfangen?
  • JPG, PDF, or PNG max 100 MB
    Ziehe Dateien hier her oder
    Akzeptierte Datentypen: jpg, png, pdf, jpeg.
Das könnte Sie interessieren
Geschätzte Lesezeit:
min
Das Wort Kitbashing wird im Modellbau verwendet. Im englischen setzt es sich aus den Worten „Kit“ und „Bashing“ zusammen. Modellbaukasten heißt auf englisch „model kit“. Und bashing bedeutet zusammenschlagen. Wenn ein Modellbauer also „kitbashing“ betreibt, dann knallt er Einzelteile verschiedenster Modellbaukästen zusammen. Ähnlich einer Collage. So verbindet der Modellbauer mehrere einzelne Modelle zu einem komplett neuen Modell.
Geschätzte Lesezeit:
min
Mit speziellen 3D-Scannern kann man Menschen und Tiere scannen. So lassen sich 3DModelle erstellen, die dann auf einem 3D-Drucker ausgedruckt oder für eine 3D-Animation verwendet werden können. Wir stellen Ihnen drei verschiedene Geräte vor, womit solch ein 3D-Scan möglich ist. Wichtig ist uns dabei, dass alle drei Geräte neben der Geometrie auch Farbe erfassen können. Diese 3D-Scanner stehen zur Auswahl.
Geschätzte Lesezeit:
min
SLM ist ein 3D-Druckverfahren, bei dem Metallpulver mittels Laser verschmolzen wird und so schichtweise ein neues Bauteil entsteht. SLM steht für (Selective Laser Melting), was bedeutet, dass der Laser das Metallpulver selektiv nur dort verschmilzt, wo das Material fest werden soll. Am Ende kann das fertige Bauteil aus dem Pulverbett entnommen werden.
Geschätzte Lesezeit:
min
NURBs-Modelle bestehen aus Punkten, die durch Kurven verbunden sind. Polygonnetze bestehen aus Tausenden oder Millionen kleiner Dreiecke. CAD-Flächenmodelle werden zumeist mit NURBsFlächen beschrieben, währen 3D-Scans meistens als Polygonnetze ausgegeben werden. Die Umwandlung von einem Polygonnetz in ein NURBs-Modell ist eine sogenannte„Flächenrückführung“.
Geschätzte Lesezeit:
min
Ist ihr gefertigtes Produkt eigentlich identisch mit dem Soll - Produkt? Welche Abweichungen gibt es zwischen Modell und Realität? Wir erklären, wie eine Abweichungsanalyse durchgeführt wird und wie Sie damit die Qualität Ihrer Produkte verbessern können. Wir von Holocreators nutzen die Abweichungsanalyse in der Messtechnik, um zwei 3D - Modelle miteinander zu v ergleichen und die Unterschiede mit einem Fehlfarben vergleich zu dokumentieren. Die Analyse kommt vor allem in der Qualitätssicherung zum Einsatz , um die Abweichungen des Reverse - Engineerings vom ursprünglichen 3D - Scan zu dokumentieren . Wenn wir die CAD - Daten (Soll - Zustand) eines Bauteils mit dem 3D - Scan (Ist - Zustand) de s selben Bauteils vergleich en , dann spr echen wir von einem Soll - Ist - Vergleich .

Wir danken Ihnen!

Unser Vertreter wird sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen

Wir danken Ihnen!

Wir freuen uns, dass Sie sich für unseren Newsletter angemeldet haben
sparks