Im E-Commerce sind Retouren und Conversion-Rate entscheidend. 3D-Modelle vermitteln dem Kunden das Produkt besser, dadurch wird der Online Shop effizienter.

Konversion-Rate verbessern

3D-Modelle in Online-Shops sollen die Konversionsrate um 15% bis 30% verbessern. In Kombination mit einem Konfigurator kann sich der Kunde sogar sein maßgeschneidertes Produkt zusammenstellen. Fantastische Möglichkeiten für das Upselling.
Einige Online-Shops nutzen bereits 360°-Viewer. Allerdings würde ich das “Pseudo-3D” bezeichnen, da es nur eine Aneinaderreihung von Fotos ist, die das Produkt 3D erscheinen lassen. 3D impliziert aber drei Dimensionen und ein 360°-Viewer lässt den Kunden nur die X-Achse bestimmen. Es ist also kein 3D.

3D-Produkt-Konfigurator für Dachstühle der Firma oak-beams.com. Basierend auf Technologie von Clara.io und ThreeKit.

3D-Produkt-Konfigurator für Dachstühle der Firma oak-beams.com. Basierend auf Technologie von Clara.io und ThreeKit.

Echte 3D-Product-Viewer sind selten. Warum?

  • Lange Ladezeiten. Selbst ein einfaches 3D-Modell hat eine Dateigröße von 10mb-15mb, was indestens 5 Sekunden zum Laden benötigt. Das ist eine Unendlichkeit im E-Commerce.
  • Technisch kompliziert. Im Gegensatz zu Produktbildern sind 3D-Modelle technisch schwierig auf der eigenen Website zu hosten. Alle mir bekannten Online-Shops nutzen daher Cloud-Services. Diese Cloud-Dienste nutzen WEBGL für die Darstellung.
    Wenn alledings dieser externe Dienst ausfällt, gibt es plätzliche keine Produkte mehr im Online-Shop, das passiert öfter als erwartet.
3D-Produkt-Konfigurator der Firma Kbmax. Basierend auf Technologie von Sketchfab.

3D-Produkt-Konfigurator der Firma Kbmax. Basierend auf Technologie von Sketchfab.

Woher bekomme ich 3D-Modelle meiner Produkte?

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen Online-Shop und möchten Ihre Produkte in 3D in Ihren Online-Shop stellen. Wie machen Sie das?
Wenn Sie Maschinen verkaufen (Elektrobohrer, Staubsauger), gibt es eine gute Chance, dass die Firma, die sie herstellt, CAD-Dateien ihrer Produkte hat, so dass Sie direkt nach den 3D Modellen fragen können. Diese Firmen geben die Daten aber nur ungern heraus, weil dann jeder Ihre Produkte kopieren kann.
Sollten Sie die CAD Daten erhalten müssen Sie diese in ein Polygonmodell (200k Polygone) mit Farben konvertieren. Wie bei Filmdateien gibt es ein Gleichgewicht zwischen geringer Dateigröße und guter Qualität.
Sollten Sie 3D-Modelle von Produkten wie Schuhen oder Handtaschen benötigen, dann hat der Hersteller meistens keine 3D-Datei. Sie haben also zwei Möglichkeiten. Entweder Sie bauen das Modell komplett in einer 3D-Software nach oder Sie machen einen 3D Scan.

3D-Produkt-Konfigurator für Herrenschuhe der Firma Skarzza. Basierend auf Technologie von Clara.io und Threekit.

3D-Produkt-Konfigurator für Herrenschuhe der Firma Skarzza. Basierend auf Technologie von Clara.io und Threekit.

Welche 3D Viewer für Webseiten gibt es?

Wenn Sie ein interaktives 3D Modell auf Ihrer Webseite darstellen wollen, dann können Sie aus folgenden 3D Viewern auswählen:

Sketchfab
clara.io
blend4web
marmoset.co

Wenn Sie einen Konfigurator für Ihre Produkte verwenden möchten, sodass Sie interaktiv beispielsweise die Farbe oder die Form des Produkts ändern können. Dann brauchen Sie einen 3D-Produktkonfigurator wie Threekit, eine Software, die auf clara.io aufbaut:

Threekit

 

3D-Produkt Konfigurator von Laikalike. Handtasche vor Anpassung durch den Kunden.

3D-Produkt Konfigurator von Laikalike. Handtasche vor Anpassung durch den Kunden.

Eine Auswahl von Webseiten die 3D-Viewer nutzen:

Online-Shop mit Konfigurator von clara.io/threekit:
www.scarzza.com
www.oak-beams.com
Online-Shop mit Technologie von Sketchfab:
www.kbmax.com
Online-Geschichte mit Technologie von Blend4web:
www.laikailike.com

3D-Produkt-Konfigurator von Laikalike mit blend4web-Technologie. Handtasche mit Auswahlmöglichkeiten.

3D-Produkt-Konfigurator von Laikalike mit blend4web-Technologie. Handtasche mit Auswahlmöglichkeiten.

Mein Fazit:

3D-Modelle im E-Commerce sind die Zukunft. Kein Zweifel. Aber die technischen Hürden sind immer noch hoch. Langsames Internet und alte Computer machen Ladezeiten und Interaktion für Kunden unbefriedigend. Dennoch ist davon auszugehen, das dies sehr bald überwunden wird. Gigabit Internet, 5G und schnellere Prozessoren sind im Kommen. Sobald sich das 3D-Model als Standard durchsetzt, können wir diese auch für Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) nutzen. Spätestens dann wird die klassische Produktfotografie abgelöst werden.

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